Demba sah das Bier vor sich, setzte sich feierlich zurecht und begann an dem Strohhalm zu saugen. Es ging! Das Bier stieg in die Höhe und feuchtete ihm die Kehle an. Er trank in kurzen, hastigen Zügen, setzte ab und trank wieder. Bravo, bravo, bravo! Er applaudierte sich selbst, als wäre er der Knockabout im Varieté und das Publikum zugleich.

»Bringen Sie mir gleich noch ein Bier!« befahl er dem Kellner ganz heiser vor Durst und vor Erregung.

Drüben an Weiners Tisch waren sie auf Dembas sonderbare Art zu trinken aufmerksam geworden. Die beiden Mädchen flüsterten miteinander, kicherten, stießen ihre Nachbarn an und wiesen heimlich auf den seltsamen Zecher.

Horvath klemmte sein Monokel ins Auge, blickte Demba spöttisch lächelnd an und fragte:

»Demba! Was treiben Sie da?«

»Sehr originell! Sehr originell!« sagte Dr. Fuhrmann ironisch.

Demba ließ den Strohhalm aus dem Mund fallen. Jetzt war es Zeit, für seine Sache einzustehen. Er erhob sich. Auf den Lippen hatte er Schaum, den er nicht wegwischen konnte.

»Ich bitte,« sagte er in sehr bestimmtem Ton. »Das ist durchaus nicht originell. Die Herren haben das noch niemals gesehen? Dann muß ich wohl annehmen, daß keiner der Herren jemals in Paris war.« Er verzog hochmütig und indigniert das Gesicht, weil er es leider mit Leuten zu tun hatte, die noch niemals in Paris gewesen waren.

»Oho!« protestierte Horvath. »Ich habe zwei Jahre in Paris gelebt, aber das habe ich noch niemals gesehen, daß man Bier durch einen Strohhalm trinkt.«

Demba fand es für geraten, den Schauplatz dieses sonderbaren Brauches schleunigst zu wechseln.