Er wandte sich Horvath zu und stieß mit dem Fuß an den Schildpattkamm und den zerbrochenen Spiegel, die immer noch auf der Erde lagen und sein Mißfallen erregten.

»Werden Sie das endlich aufheben? Oder soll jetzt ich bis drei zählen?«

Horvath und Weiner sprangen zu gleicher Zeit herbei und beeilten sich, die Gegenstände, die auf dem Fußboden verstreut waren, aufzulesen. Auch Dr. Fuhrmann hielt es für geraten, mitzuhelfen. Demba war betrunken und hatte einen Revolver. Sie waren in seiner Hand. Da half nichts, als alles tun, was er verlangte, und wäre es das Tollste. Und abzuwarten, ob sich Gelegenheit bot, ihn unschädlich zu machen.

Demba freute sich über diesen Eifer. Jetzt hatte er Genugtuung, volle Genugtuung für die schmähliche Behandlung, die ihm zuvor zuteil geworden war. Wie sie sich vor ihm bückten und duckten und zu verstecken suchten! Das Bewußtsein seiner Macht stieg ihm zu Kopf und brachte Unordnung in seine Gedanken. Ja. Den beiden anderen wollte er das Leben schenken. Er begnadigte sie. Aber Weiner, der ihm Sonja gestohlen hatte, der sollte seiner Waffe nicht entgehen, dem sollte alles Bücken und Ducken nicht helfen, der kam jetzt an die Reihe.

»Weiner!« rief Demba mit einer Stimme, die nichts Gutes verhieß.

Weiner tat, als hörte er nicht, und fuhr fort, auf dem Erdboden nach Kupferkreuzern und Bleistiften zu suchen.

»Weiner!« brüllte Demba und bekam einen Wutanfall, als er sah, daß Weiner nicht hören wollte.

Bestürzt fuhr Weiner auf und glotzte Demba mit stumpfen Augen an. Er sah voll Entsetzen, wie sich unter Dembas Mantel der Revolver regte, blutgierig und bereit, sein tödliches Werk zu verrichten. Er stand und wartete, wie der Verurteilte den Henker erwartet, der ihn aus der Zelle holt.

Sonja machte einen ängstlichen Versuch, ihrem Freund zu Hilfe zu kommen.

»Kellner!« schrie sie plötzlich laut. »Kellner!«