Er unterbrach sich und wandte sich an Demba.

»Hören Sie mich an, ich schwöre Ihnen, ich wußte bis gestern nachts gar nicht, wie Sie mit ihr gestanden sind. Ich hab' keine Ahnung davon gehabt, sie hat mir nichts gesagt. Ist das wahr oder nicht, Sonja?«

Sonja gab keine Antwort. Weiner aber, der fürchtete, daß Demba seinen Beteuerungen keinen Glauben schenken werde, redete unaufhaltsam weiter.

»Ich hab' mich nie um sie gekümmert. Aber sie hat mich zehnmal im Tag angerufen. Sie hat mir Briefe und Karten geschrieben, einmal einen zwölf Seiten langen Brief. Ja. So ist die Sache.«

Sonja wurde rot, preßte die Lippen zusammen und blickte zu Boden. Weiner sah mit angstvoll irrenden Augen bald sie, bald Demba an. Aber Dembas Gesicht hatte einen unerbittlichen und grausamen Ausdruck bekommen. Ekel und Verachtung waren in ihm aufgestiegen und er hatte beschlossen, den Feigling niederzuschießen um dessentwillen, was er da sprach.

»Ist es etwa nicht wahr?« rief Weiner, der die Nähe der Gefahr fühlte. »Hast du mich nicht Tag für Tag gequält, daß ich zu dir kommen soll, vierhändig spielen? Bist du nicht auf die Universität gekommen, wenn ich in der Vorlesung war? Nur dir hab' ich jetzt das zu verdanken.«

»Genug!« rief Demba. Er fühlte plötzlich Mitleid mit Sonja, die stumm dastand und Weiners Vorwürfe über sich ergehen ließ.

Aber Weiner war nicht zu halten.

»Ist es etwa nicht wahr? Bist du mir nicht nachgegangen auf Schritt und Tritt –«

»Ja, es ist wahr,« sagte Sonja. »Und jetzt sind wir fertig miteinander.«