»Wir müssen ihm nach,« rief Dr. Fuhrmann.
»Zur Polizei! Zur Polizei!« schrie Weiner und rieb sich sein Schienbein.
Der Gedanke, daß sie sich alle von einem Schatten, einer Lüge, dem Phantom einer Waffe hatten betrügen und in Furcht setzen lassen, brachte sie in Wut. Weiner hob das Rundreiseheft vom Boden auf und wischte sorgfältig den Staub von seinen Seiten.
»Es ist am besten, wir gehen aufs nächste Kommissariat,« sagte Dr. Fuhrmann entschlossen. »Weiß vielleicht jemand, wo der Kerl wohnt?«
»Ich,« sagte Sonja mit harter Stimme und sie nahm das höhnische Lächeln, die spöttischen Blicke und die Verachtung aller auf sich, um Demba zu verraten. »Ich weiß, wo er wohnt.«
20
Stanislaus Demba kam langsam die Treppe herauf. Vor der Wohnungstür stand Steffi Prokop und wartete im Dunkeln.
»Stanie?« rief sie ihm leise entgegen. »Daß du doch kommst! Endlich! Endlich! Es ist gleich neun Uhr. So spät!«
»Wartest du lang?«
»Seit einer Stunde. Ein Dienstmann war da, deine Hausfrau hat ihm die Tür aufgemacht. Ich habe mich in die Fensternische gedrückt und sie hat mich nicht gesehen. Er hat einen Brief gebracht, ich glaube, für dich.«