Steffi sprang auf und schlang ihre Arme um Dembas Hals.
»Sie sollen nicht herein! Wenn sie mich hier finden, Stanie, wenn sie mich hier finden!«
Es läutete nochmals. Die Tür der Wohnung wurde geöffnet. Männerschritte, zwei harte Schläge an die Zimmertür. »Im Namen des Gesetzes, öffnen Sie!«
»Wenn sie mich hier finden,« klagte Steffi.
Demba stöhnte. Ein Windstoß kam durchs Fenster und löschte die Kerze aus. Aber es wurde nicht dunkel, nicht Nacht, sondern trübes, kaltes Dämmerlicht.
»Heute morgen,« sagte Demba, »als ich in der Dachkammer am Fenster stand, hab' ich an dich gedacht, Steffi. Hab' an dich gedacht, mir war bang nach dir, wollte dich noch einmal sehen. Ich hab' mir gewünscht, daß du bei mir sein sollst, wenn ich sterbe. Und nun bist du da und ich bin nicht froh, hab' dich mit in mein Unglück gerissen. Jetzt wollte ich, du wärest weit fort von hier.«
Der Druck der Arme ließ nach. Steffis Bild sank, als hätte sie auf dieses Wort gewartet, in sich zusammen, wurde zur Nebelwolke, löste sich und verflog in nichts.
Das Pochen und Klopfen hatte aufgehört. Harte Instrumente arbeiteten an der Holzfüllung der Tür.
»Es gibt Menschen,« sagte Demba, »die macht die Freiheit nicht glücklich, Steffi. Nur müde.«
Es kam keine Antwort.