»Ich hab' mir die Freiheit gewünscht. Mit jeder Fiber meines Körpers, Steffi. Aber ich bin nur müde geworden und jetzt will ich nur noch eines: Ausruhen.«
Keine Antwort.
»Wo bist du, Steffi?«
Stille.
Nur das Holz der Tür knirschte und krachte.
Demba stand auf. Er stieß mit dem Kopf an das Balkenwerk des Dachbodens. Er machte zwei Schritte vorwärts, stolperte über einen zusammengerollten Teppich, stieß mit dem Kopf an die Wäscheleine und fiel auf einen Strohsack. Die staubgesättigte Luft der engen Kammer legte sich ihm drückend auf die Lunge. Er raffte sich auf und trat an die Dachlucke.
Verdammt! Der Malzgeruch! Wie kommt der furchtbare Malzgeruch hierher? Eine Turmuhr schlägt. Neun Uhr! Morgens? Abends? Wo bin ich? Wo war ich? Wie lange steh' ich schon hier und hör' die Turmuhr schlagen? Zwölf Stunden? Zwölf Sekunden?
Die Tür springt auf. Ein Grammophon in der Ferne spielt den »Prinz Eugen«. – Jetzt – das Schieferdach glänzt so fröhlich in der Morgensonne – zwei Schwalben schießen erschreckt aus ihren Nestern – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Als die beiden Polizisten – kurz nach neun Uhr morgens – den Hof des Trödlerhauses in der Klettengasse betraten, war noch Leben in Stanislaus Demba.
Sie beugten sich über ihn. Er erschrak und versuchte, aufzustehen. Er wollte fort, rasch um die Ecke biegen, in die Freiheit –