Sie versuchte es mit dem ersten.
»Das ist der Schlüssel vom Uhrkasten drüben im Speisezimmer. Der taugt nicht. Der ist zu groß.«
Sie griff nach dem zweiten.
»Das ist mein Violinkastenschlüssel. Der ist auch zu groß. Der geht überhaupt nicht ins Schlüsselloch hinein. Wart' einmal, der vielleicht. Das ist der Schlüssel zur Kassette, in der die Mutter ihre Ohrringe eingesperrt hat und ihre beiden Lose. – Auch nicht.«
Sie versuchte es der Reihe nach mit allen Schlüsseln. Keiner paßte. Ein einziger ließ sich im Schlüsselloch umdrehen, aber das Schloß wollte trotzdem nicht aufspringen.
Sie dachte einen Augenblick lang nach, griff zögernd in die Schürzentasche und brachte noch einen kleinen Schlüssel zum Vorschein.
»Das ist der Schlüssel zu meinem Tagebuch. Weißt du, mein Tagebuch hat Schließen und läßt sich absperren. Ich glaub', der wird bestimmt passen.«
»Laß es doch. Er paßt sicher auch nicht.«
»Doch! Doch! Laß mich nur erst mal versuchen. Siehst du – nein! Der paßt auch nicht. Er ist zu klein.«
Sie blickte Stanislaus Demba hilfesuchend an.