‚Wie sie mich verachtet!‘
Die Schienen im Tunnel begannen zu lispeln.
Gierig suchte Jürgen nach jemand, der ihn nicht verachtete. Sitzt sofort bei der Gesellschaft auf dem besonnten Hügel, neben Adolf und Elisabeth. Die Tante und der Vater treten hinter dem Busch vor, blicken ihn achtungsvoll an.
Plötzlich steht Phinchen vor Jürgen im Tunnel, große Liebe im Gesicht.
‚Phinchen, bin ich ein Verräter? Ja oder nein? Wer hat recht: Katharina oder ich? Sage mir nur ruhig die Wahrheit. Ich halte alles aus.‘
‚Sie haben recht, lieber Herr Jürgen. Sind ein unendlich guter Mensch. Ich weiß, wie sehr Sie schon als Kind und Jüngling gekämpft und gelitten haben.‘ Phinchen kniet nieder.
‚Brauchst nicht zu knien vor mir. Ach nein, vor mir braucht kein Mensch zu knien.‘ Und er steht im großen Saale, beherrschte Kraft in Blick und Miene, begrüßt seine Bewunderer ohne Herablassung und Hochmut.
Katharina, schneeweiß, schreitet im Tunnel vorüber, auf die schneeweiße Gruppe der Genossen zu. Des Hockenden Kopf sank wieder zwischen die Schultern, tief auf die Brust.
Das Lispeln der Schienen war vernehmlicher geworden. Die Luft im Tunnel zitterte leise. Jürgen schluchzte. Warme Tränen rollten.
Die Schienen sangen lauter und stählern. Ganz plötzlich bebte der Tunnel so stark, daß Wassertropfen von der Decke fielen. Einer patschte kalt auf Jürgens Hand.