Von den Flammen des Lebens emporgerissen, drehte er sich, den Ausgang zu gewinnen, einigemal im Kreise und begann schreiend zu rennen, in gieriger Sehnsucht nach dem wilden Nußbaum, der beim Tunneleingang stand.
Galoppierte in rasendem Tempo die Dunkelheit hinter sich und hinein in eine fremde Gegend: Er war auf der anderen Seite des Tunnels herausgekommen. In der Höhe stand still die zerfallende Burgruine, Erker vornübergeneigt, als müsse er jeden Augenblick stürzen.
Jürgen blickte in das schwarze Tunnelloch zurück, klopfte dabei automatisch den Kohlenstaub von seinem Anzug, strich sich über die Haare. ‚Sie werden weiß geworden sein ... Daran wird Katharina erkennen, wie ich gekämpft und gelitten habe. Möge sie nur sehen, wie sehr!‘
Blickte noch einmal hinein in den Tunnel. „Entronnen!“ sagte er. „Entronnen!“ Und wandte sich um. Da war die Welt, fern und nah. Sonne, Blau, Grün und Fluß.
Der Herr solle nur über das Großdorf machen. Von dort aus führe der Weg direkt in die Stadt, sagte die verhutzelte Häuslerin und schob den ächzenden Schubkarren weiter, auf dem eine hohe Ladung Fallholz lag.
Jürgen wußte den Weg; er hatte nur gefragt, um eine Menschenstimme zu hören. ‚Nur wer dem Tode entronnen ist, der, nur der weiß, was leben heißt ... O, Anfang! O, Leben! O, Grashalm! O, Glück des Atmens!‘
So schritt er aus. ‚Komme, was will – ich lebe!‘ Als der hohe Backsteinwürfel in Sicht kam, dachte er: Was sie sagen wird, daß ich mit dem Leben davongekommen bin?
„Wunderst dich, wie ich aussehe, was? Der Anzug, das Loch im Knie!“ Und er erzählte.
Sie aber hatte die schwerste Stunde ihres Daseins erlitten und durchlitten und hatte aufgegeben und hinweggehen lassen, was nicht zu halten war.
„Kommt der Zug auf mich zugerast“, wiederholte er. „Es ist total finster. Zermalmt er mich?“ Gierig suchte er Liebe und Schreck in ihrem Gesicht.