Herr Hommes griff langsam nach dem Westenknopf des Gummifabrikanten, als wolle er sich anklammern, um beim Niesen nicht vom Stuhle zu fallen, und sagte: „Wer etwas wirklich Großes erreichen will, der muß borniert sein.“

An der Börsianerecke stieg das Wort ‚Montanaktien‘ und konnte, wie die auf dem Springbrünnchen tanzende, silberne Kugel, nicht mehr fallen, bis der reiche Leberkranke den Wasserstrahl abdrehte: „Mit den Flitzautomobilaktien könnte in nächster Zeit eine schnittige Veränderung eintreten.“

„Schnittig“, murmelte Jürgen. Um ihn herum ging etwas vor, das das Leben zu sein schien. „Das Ganze ist unerträglich ekelhaft. Wir machen das nicht länger mit“, flüsterte er. „Ich mache das nicht bis zum Schluß mit.“

Der Ausspruch des reichen Leberkranken wurde an der Börsianerecke auf Hintergründe und Fallen untersucht. „Wer andern eine Grube gräbt“, vernahm Jürgen. „Natürlich, erst wägen, dann wagen, das ist klar.“

„No, was sag ich!“ rief der Schwiegervater. „Eine Hand wäscht die andere. So stehts eben auch mit diesem Papier.“

Schweinezucht, das wolle er Jürgen gestehen, sei das einzige, aber auch das einzige, mit dem noch verdient werden könne, versicherte ein Landwirt, der wegen seines jugendlichen Aussehens Mühe hatte, respektabel zu erscheinen. Es ginge ja auch alles so weit ganz gut. Nicht umsonst habe er die Landwirtschaftshochschule durchgemacht. Er bringe System in die Sache. „Aber, sehen Sie, es fehlt einem doch etwas. Ich weiß selbst nicht recht, was. Man ist unbefriedigt. Die Seele, wissen Sie, die Seele, möchte ich sagen, kommt zu kurz.“

Der Gummifabrikant versuchte vergebens, den Leberkranken über die Flitzautomobilaktien auszuholen. Auch an der Börsianerecke wurde noch gedeutet und geforscht und behauptet, doppelt genäht halte besser.

„No, was sag ich!“

„Das Volk will keine Freiheit; das Volk will Brot. Fressen und Saufen will das Volk, glauben Sie mir“, sagte Herr Hommes, hinein in Jürgens wutbleiches Gesicht.

Der gab keine Antwort. ‚Dieser Fettwanst, dessen Leben in Fressen, Saufen und Huren besteht, könnte, auch wenn er seine Meinung revidieren müßte, ja doch keinerlei Konsequenzen ziehen.‘