‚Was der Hüttenbesitzer tut, ist kein Freibrief für dich. Außerdem wäre es auf jeden Fall für dich, für dein Selbst, für dein Menschentum immer noch besser, der andere, der gar nicht weiß, daß er ein Schuft ist, zöge den Gewinn, als du, der du auf diese Weise rettungslos erst zum bewußten Schuft und schließlich auch zu einem ahnungslosen, selbstgerechten Schuft werden, endlich nur noch Teilhaber, nichts anderes mehr als ein Teilhaber sein würdest.‘

Das soll mir nicht passieren. Aber es könnte allerdings passieren, dachte Jürgen. Und ich müßte auch dies auf mich nehmen. Das Leben ist hart.

Und plötzlich vernahm er deutlich den Satz: „Die Massen, eingespannt in das graue Joch, müssen noch die Lerche hassen, die emporsteigt ins Blau ... Und dich kümmert es nicht. Das ist es, verstehst du, daß es dich nicht kümmert.“

„Hinter dem steckt etwas“, wurde in bezug auf Jürgen gesagt, wenn er, in knappsitzendem Frack, beherrschte Kraft in Schultern und Gliedern, beherrschten Geist in Wort und Blick, in großer Gesellschaft war, aller Augen auf sich ziehend, genau so, wie er sich damals in den grünen Bretterzaun hineingesehen hatte.

Nachdem er im Parteiblatt gelesen hatte, daß nur durch freiwillige Gaben die Zeitung noch gehalten werden könne, spendete er eine große Summe und bekam einen Dankbrief von der Bezirksleitung.

Den Dankbrief in der Hand, wendet er sich um zu seinem Bewußtsein, das keine Antwort gab. Es war in dieser Zeit schon etwas getrübt gewesen.

‚Ich werde der Arbeiterbewegung auf andere Weise als früher nützen. Zweifellos kann ich, mit meinem Einfluß und meinen Verbindungen, der Bewegung weitaus mehr nützen, als es der Student konnte, der nichts hatte, nichts war und nichts bedeutete.‘ Und er legte den Dankbrief in die Schublade.

Der Schwiegervater war eingetreten. Erhobenen Zeigefingers. „Sowohl der Rentier Hummel als auch wir haben einen großen Verlust erlitten. Dabei lag dieses Geschäft doch vollkommen klar. Und wir hatten unsere Informationen früher als die andern.“

„Mir war dieses Geschäft zu unsauber.“

„Die Bank besteht seit fünfunddreißig Jahren. Von Unsauberkeit keine Spur!“