Und er erlebte wieder, wie immer, wenn die Tante das Wort ‚erben‘ aussprach, in Gedanken diese merkwürdige Viertelstunde in dem roten Plüschsalon der Konditorei, sah deutlich die drei erregt durcheinander sprechenden Damen, den kleinen Hut der Jungen, der nur aus Veilchen bestanden hatte.
„Glaubt, sie sterbe, beichtet nach heftigem Widerstreben endlich doch dem Geistlichen, daß sie als zwanzigjähriges Mädchen einen einzigen Fehltritt ...“
„Wer kann das heute noch kontrollieren, ob es der einzige war.“
„... begangen und heimlich einen Sohn geboren hat. Fragt auch ihren Rechtsanwalt, ob das Kind Erbanspruch habe.“
„Wie das Geheimnis dann unter die Leute gekommen ist ...“
„Die Pflegerin im Nebenzimmer soll die Beichte mitangehört haben.“
„... weiß man nicht genau. Die Menschen können ja kein Geheimnis für sich behalten.“
„Sonst würde man diese Geschichte vielleicht überhaupt nie erfahren haben, wenn die Pflegerin ...“
„Ganz genau kenne ich die Einzelheiten auch heute noch nicht“, hatte die Junge gesagt.
„Denken Sie an, siebzig Jahre ist sie jetzt. Und nie hat ein Mensch auch nur den leisesten Verdacht gehabt, müssen Sie wissen. Das Kind wird ins Ausland in heimliche Pflege gegeben, müssen Sie wissen ...“