‚Der Hilfsarbeiter hat nichts als diese Tochter, die ihrem Chef gegenüber wehrlos ist.‘
‚Dafür – für die Verhältnisse – bin nicht ich verantwortlich ... Das Leben brennt, ist wild und schön und da, gelebt zu werden.‘ Und er überlegte, wo und wie er seine hübsche junge Angestellte verführen könne. „Weshalb lachen Sie?“ fragte er freundlich die dicke Frau.
„Das ist jetzt einunddreißig Jahre her“, sagte die Alte und streckte lächelnd beide Hände vor. „Herr Kolbenreiher, ich war die erste, die Sie in den Händen gehabt hat. So groß waren Sie.“
Alle Fahrgäste lächelten über die alte Hebamme. Das Mädchen wandte ein Blatt um, sah auf und Jürgen an, lächelte auch.
„Was tat ich denn? Wie war ich?“ ‚Es geht doch nicht. Das könnte einen öffentlichen Skandal geben. Und auch die Autorität ginge flöten.‘
„Gebrüllt haben Sie. Gebrüllt, sag ich Ihnen, nicht anders, als ob Sie am Kreuz hingen. Sie wollten nicht. O, Sie wollten absolut nicht.“
Auch der Schaffner grinste. „Endstation! ... Genossin, heut abend ist Bezirksversammlung. Erinnere auch deinen Vater“, sagte er zu dem Bureaumädchen.
„Es ist aber doch ganz gut gegangen. Sind ein schöner, großer Herr geworden. Ein prachtvoller Herr!“
Leider muß ich auf meine Stellung Rücksicht nehmen. Ich bin der Chef. Die Autorität muß gewahrt bleiben, dachte er, während er hinter dem Mädchen auf die Bank zuschritt. Der livrierte Portier riß die Tür auf.
„Niemand kann alle seine Wünsche und Begierden erfüllen. Außerdem ist die Sache die“, sagte, blätternd im Telephonbuch, Jürgen und bat um die Nummer Adolf Sinsheimers, „daß ich das selbe ungefährlicher haben kann und sogar ganz bedeutend reizvoller, falls dieses Mädchen in dem orientalischen Salon tatsächlich Katharina ähnlich sieht.“