Das Lachen des Herrn Hommes platzte wie das dunkle Brüllen einer Autohupe in die Stille. „Kenn ihn schon! Aber erzählen Sie nur weiter.“
„Auch einen großen Teil der Produktion chemischer Artikel würden wir kontrollieren, falls die Fusion zustande käme.“ Seidel nannte die Fabrik, Gesamtzahl und Kursstand der Aktien, von denen die in Frage stehenden Banken nach der Fusion die Mehrheit haben würden.
Jürgen blickte nach rückwärts auf die acht grauweißen Hinterköpfe, denen gegenüber acht weinrote Gesichter im Zigarrenqualm hingen. „Ja, wir könnten für viele chemische Artikel, Farben und vor allem für die wichtigsten Arzneimittel die Preise bestimmen ... Gewiß keine Kleinigkeit!“
Herr Wagner ergriff den Arm des Herrn Hommes, deutete mit dem Daumen über die Schulter zurück auf Seidel: „Er hat verdient.“
„Ich weiß eine andere Fassung: Der selbe Jude kommt in ein Bordell ...“
„Kenn ich!“ rief Herr Hommes und brüllte los.
Seidel erwähnte die Krankheit, von der die Arbeiter dieser chemischen Fabrik befallen wurden. Es sei sehr schwer, Leute zu bekommen. Nur durch hohe Gefahrprämien seien sie an die Siedkessel heranzubringen. Diese Geschichte habe sogar schon auf den Kurs gedrückt.
„Ich hörte davon. Die Leute werden gelb. Es ist aber keine Gelbsucht. Auch alle Schleimhäute entzünden sich. Schwere Augenkrankheiten! Die Arbeiterinnen bekommen keine Kinder mehr, werden vollkommen steril.“
„Und eines Tages war die Pleite da“, schloß der Fabrikant, der die Villa voll gotischer Holzplastiken besaß. „Eben eine zu gewagte Spekulation!“
„No, was sag ich!“