Hastig öffnete er das Taschenmesser, stach die Spitze hinein in seinen Schenkel, wollte vor Freude über den Schmerz schon einen Triumphschrei ausstoßen. Und fühlte nichts.
Er bohrte tiefer, drehte die Messerspitze in der Wunde herum, fühlte nichts.
Da marschierte sein in das Grauen hineingeduckter Körper nachhause und legte sich auf das Kanapee.
„Was ist, wenn ich jetzt aufstehe, hinausgehe in die Küche und Phinchen sieht mich nicht?“
Plötzlich stand, von Phinchen hereingeführt, der Bankdiener im Zimmer. Der Herr Prokurist lasse fragen, ob Herr Kolbenreiher auch heute nicht ins Bureau komme.
„Wo? Wo ist er? Sehen Sie ihn denn, da Sie ihn fragen? Wissen Sie denn, wo Herr Kolbenreiher sich momentan aufhält?“
Und da der Diener den Mund aufsperrte: „Ich bin nicht vorhanden, nicht anwesend, ich bin nicht da, kann also auch nicht in die Bank kommen.“
„Ich werde also ausrichten, Herr Kolbenreiher seien verreist.“
„Ah!“ rief Jürgen, als der Diener fort war. „Vielleicht bin ich nur verreist. Einfach verreist! Nach Italien! Paris! So wirds sein.“
Jürgens Gesicht wurde flach; die Augen sprangen vor. Er stürzte in die Küche. „Hilf mir, Phinchen, rate mir, wie erfahre ich, wo er ist. Die Welt ist groß. Was soll ich tun, ihn zu finden ... Rufe schnell den Diener zurück.“