„Die gibts nicht.“ Er zog die Jugendphotographie aus der Tasche. „Hier ist das Bild dieses Menschen. Mein Jugendbild! Aber jetzt kann Jürgen Kolbenreiher unmöglich so aussehen. Und auch nicht so.“ Er deutete auf sein Gesicht.
„Sagten Sie vorhin nicht, Sie selbst seien Jürgen Kolbenreiher?“
„War ich! Bin ich wieder, wenn ich ihn gefunden habe.“
„Hören Sie mal, einem Schwachsinnigen nehme ich kein Geld ab. Nee, ich bin doch keen Schnapphahn. Hab ich nich nötig ... Greifen Sie sich an den Kopf und sagen Sie sich: Da hab ich mich.“
„Wenn das so einfach wäre! Wenn ich einen Kopf hätte!“
„Na, denn rin in die Gummizelle!“
Die Konkurrenz machte das Geschäft. Und schon am folgenden Tage war an allen Plakatsäulen zu lesen, welche Summe demjenigen ausbezahlt werde, der den Aufenthaltsort Jürgen Kolbenreihers angeben könne. Auf den knallroten Zetteln klebte Jürgens Photographie, die eigens zu diesem Zwecke aufgenommen worden war. Ein gewisser Anhaltspunkt sei die Photographie ja doch, hatte der Plakatmann gesagt.
Den ganzen Tag durchquerte Jürgen suchend die Stadt. Niemand erkannte ihn. Der Detektiv machte den Versuch, das Geld zu verdienen. Einen Irrenarzt brachte er gleich mit ins Hotel.
Jürgen zeigte den beiden seine Jugendphotographie. „Nehmen Sie an, dieser Mensch wäre auf dem Wege, den zu gehen er als seine Pflicht erkannt hatte, weitergeschritten, vierzehn Jahre älter geworden: wie würde er dann jetzt aussehen? Sicher nicht so wie ich ... Schaffen Sie mir den richtigen Mann bei, dann bezahle ich.“
„Ich habe den richtigen Mann für Sie mitgebracht. Der wird Ihnen fix klarmachen, daß Sie selbst der Gesuchte sind“, sagte resolut der Detektiv. „Nicht wahr, Herr Doktor?“