Die Ungeduldigen hüstelten, scharrten mit den Füßen, klopften endlich an das Schiebefenster. Der ganze Schalterraum stand voll Menschen.

Und als die Uhr Viertel elf schlug und Herr Hohmeier zum Schalter trat, stellte es sich heraus, daß einige wieder gegangen waren, und die gebliebenen neun Auskunftsuchenden unter Buchstaben C bis G fielen und somit Herrn Hohmeier unterstanden.

Der fragte freundlich, wer zuerst dagewesen sei. Darüber entstand Streit. Viele waren zuerst dagewesen. Da drückte ein schwarzer Kohlenhändler alle anderen in die Ecken und verlangte die Adresse einer Familie, die umgezogen sei, ohne vorher die Kohlenrechnung bezahlt zu haben.

Während Herr Hohmeier mit dem Zeigefinger die Fächer des Regals nach dem Personalakt abtippte, den Akt nicht fand, setzte der Streit im Schalterraum von neuem ein. Schließlich vereinigte der Zorn alle Streitenden gegen die Beamten.

Wieder dachte Seidel darüber nach, ob außer ihm wohl noch ein Mensch auf der Welt durch so eine teuflische Kleinigkeit wie die, daß es nur wenige Namen mit dem Anfangsbuchstaben Ypsilon gab, daran verhindert sein würde, sich auszuzeichnen und vorwärtszukommen.

Herr Hohmeier trat noch einmal zum Kohlenhändler, fragte ihn, ob er den Namen denn auch richtig aufgeschrieben habe. Alle schimpften, streckten die Zettel durch das Schalterloch.

„Sie erlauben, Herr Hohmeier, daß ich Ihnen helfe.“ Seidel sammelte die Zettel ein.

„Nein, ich kann das nicht erlauben. Bitte sehr, Herr Seidel, ich erlaube das nicht ... Es sind meine Buchstaben.“

Die Wartenden schrien dazwischen. Der Bureauvorsteher, der von dem Tumulte aus seinem Vesperzimmerchen herausgelockt worden war, verfügte, daß die beiden jungen Herren dies eine Mal mithelfen sollten. „Ausnahmsweise!“

Unter unheilvollem Schweigen des bleichgewordenen Herrn Hohmeier wickelte sich das Geschäft jetzt glatt ab.