Verdutzt sah der Mann den solid gekleideten jungen Herrn an, die saubere Wäsche. „Ich verstehe nicht recht. Ich brauche zwar noch zwei Adjunkte zur Bedienung von vier Schiffen ... Aber Sie? Was wollen Sie?“
„Ich leiste jede Arbeit, die Sie verlangen ... Was ist das: Adjunkte?“
„So heißen die Burschen bei den Schiffschaukeln ... Zwei sind vorgestern eingesteckt worden. Acht Wochen Gefängnis! Hatten wieder geklaut. Aber schon bevor sie bei mir waren“, setzte er schnell hinzu.
„Demnach können Sie mich also brauchen?“
Der Mann hob abwehrend beide Hände in Kopfhöhe: „Freundchen ... haben Sie Papiere? Waren Sie schon einmal bei so was? ... Zuerst müssen Sie mir einmal nachweisen, daß Sie nicht von der Polizei gesucht werden ... Und vor allem möchte ich wissen, weshalb Sie von der Polizei gesucht werden.“
Da reichte Seidel dem Manne sein Abiturientenzeugnis und das Entlassungszeugnis vom Stadtmagistrat, das den Vermerk über Seidels Tüchtigkeit, Fleiß und Gewissenhaftigkeit enthielt.
Der Mann wunderte sich nicht. Ihm waren während seiner vierzigjährigen Jahrmarktstätigkeit schon alle möglichen Existenzen untergekommen.
„Auf meine Gewissenhaftigkeit beim Geldeinsammeln könnten Sie sich verlassen.“
„Da wären Sie der erste, auf dessen Gewissenhaftigkeit beim Geldeinsammeln ich mich verlassen würde. Aber brauchen kann ich Sie.“ Er stieg, von Seidel, gefolgt, in den grünen Wagen, in dem, transportfest, die zwölf funkelnden Schiffe standen.
Der kräftige Bursche mit Ledergurt, rotem Sweater und einem großen, pflaumenblauen, herzförmigen Mal auf der Backe tat, als habe er beim Putzen der Messingteile keine Pause gemacht. Der Besitzer schickte ihn hinaus. „Hier, das Handgeld.“