„Pardon!“ drohte Adolf, der seinen früheren Mitschüler, Karl Lenz, nicht erkannte. Der Wirt kam groß aus dem Büfett heraus.
„... so leben wir alle Tage“, sang der Magistratsbeamte immer noch. Und die Älteste präsentierte die Rechnung.
Die fünf Monatsgehälter reichten nicht. Der halbe Tisch stand voll Wein- und Sektflaschen. Adolf warf noch eine Banknote auf den Tisch, an dessen Stirnseite der Wirt stand und die drei Worte sprach: „Das langt nicht.“
Alle standen schwankend und ausgeliefert, wollten nach ihren Mänteln greifen. „Sie müssen mir Ihren Ring zum Pfande da lassen.“ Der Wirt stellte den Zeigefinger steil auf die Rechnung. Die Studenten beobachteten gespannt die Szene.
Adolf zog den Brillantring vom Finger. „Darüber muß ich eine Quittung bekommen!“ Und blickte, trotz seines Rausches, verblüfft auf die schon ausgefüllte Quittung, die der Wirt sofort vor ihn hinlegte.
Schritt für Schritt ging er hinter den Abziehenden nach, schloß die Tür leise und mit Kraft und zog sich hinter das Büfett zurück, stellte eine leere Flasche unter den Kübel. Diesmal war es eine Rotweinflasche.
Die Älteste atmete hoch auf, ließ den Busen fallen: „Diese Kaufleutchen! Wollen elegante Herren spielen und können dann nicht bezahlen.“ Sie breitete die Arme aus: „Jetzt sagt mir, was haben solche Bürschchen in einer Weinstube zu suchen?“
Karl Lenz stimmte ihr bei. Daraufhin auch die andern. Sie goß den Rotwein ein. „Auch für uns ein Gläschen?“
„Aber selbstverständlich!“ Und dann ging er ernsten Gesichtes erst hinaus in das Klosett und nahm das Couleurband ab; die andern hatten, dem Koment gemäß, ihre Couleurbänder nicht an.
Die Älteste goß neun Gläser voll: es waren sechs Studenten. Die junge Schwester richtete den Tisch der Kaufleute für neue Gäste her. Und der Wirt rückte den Kübel zurecht.