Jürgen setzte sich. Betrachtete die hellgelben, leeren Wände.
„In den Sessel!“
Er stand auf und setzte sich in den modernen, bequemen Ledersessel, vor das vollgestopfte Bücherregal, neben dem mehrere Stöße fremdsprachiger Zeitungen auf dem glänzenden Parkettboden standen. ‚Was soll ich sagen? Verflucht, das ist ja wie in der Schule ... Was will ich überhaupt?‘
Lange und nachdenklich sah er den schreibgekrümmten Rücken an. ‚Wenn ich das wüßte, würde ich nicht hier sein.‘
„Genossin, dein Artikel war in einem wichtigen Punkte schlecht. Du solltest den betreffenden Abschnitt noch einmal bei Marx nachlesen. ‚Die Klassenkämpfe in Frankreich‘. Auch bei Engels ‚Ursprung der Familie‘ gibt es darüber eine sehr aufschlußreiche Stelle.“
Jürgen nahm sich vor, diese zwei Bücher gleich zu kaufen. ‚Aber so geht das ja nicht weiter. Schließlich verrät er mir noch Geheimnisse.‘
„Bei Marx nämlich ist die Problemstellung folgendermaßen“, sagte der Ingenieur und wandte sich um. „Entschuldigen Sie! Ich erwartete jemand.“ Er hatte unveränderlich junge Augen in einem männlich fertigen Gesicht, das als Abschluß einen kleinen Spitzbart braucht, der auch vorhanden war.
Jürgen stand auf. Da klingelte das Telephon. Während der Ingenieur horchte und sprach und horchte, verwarf Jürgen zehn verschiedene Gesprächsanfänge. Wünschte sich fort. Vernahm, wie der Ingenieur das Höhrrohr wieder auflegte. „Also, was wollen Sie?“
„Fragen, was ich mit meinem Leben anfangen soll ... Ich bin doch nun einmal da“, antwortete er in einem Tone, als ob er gestanden hätte: Ich habe das Verbrechen begangen, nun machen Sie mit mir, was Sie wollen.
Bleich und rot in einem vor Ärger über seine Verlegenheit, blickte er den Ingenieur wütend an.