‚Hast du denn Geld. Von mir kriegst du keines.‘

‚Ich hab doch kein Geld.‘

‚So‘, sagt sie und gibt dem Lakai das Zeichen. Fort ist sie ... Das ist doch gemein. Ist das nicht gemein? ... Fünf Jahre!“ Er wandte sich sofort zu einer anderen Gruppe.

Der Schweigende richtete sich auf, holte wortlos und weit aus und knallte dem Straßenmädchen neben sich die Faust auf den. Mund. Dann stützte er beide Ellbogen wieder auf den Tisch.

Auch das Mädchen, das beinahe rückwärts von der Bank gestürzt wäre, stützte wieder die Ellbogen auf den Tisch. Beide saßen genau wie vorher. Schwiegen genau wie vorher. Kein Wort war gefallen. Der Streit lag weiter zurück. Ihre Oberlippe war sekündlich zu einer schiefen Geschwulst geworden, daß die Zähne hervorsahen.

„Da gehe ich gestern die große Allee hinunter ... Elegante Equipage stehen ...“

„Equipage stehen“, hörte Jürgen den Aristokraten am Nebentisch erzählen. Krachendes Antwortgelächter übertönte für einen Moment den Tumult.

Der Aristokrat lachte mit. „... Gerade, als ob ich eben vom Waldhaus zurückgekehrt wäre ... Aber ist das nicht gemein?“

„Schlag sie tot! Hau sie nieder!“

Noch leichenblaß, sah Jürgen die zwei Schweigenden an. Die Frau mit dem blauschwarzen Gesicht rief: „Seit zwanzig Jahren trag ich Backstein. Und jetzt bin ich arbeitslos. Und weshalb? Was meinst du wohl, weshalb?“ Der Schwindsüchtige verzog die Lippen. Sie bekam keine Antwort. Viele waren arbeitslos und wußten, weshalb. „Jetzt passen Sie auf, jetzt kommt unser Fotz-Hobel-Quartett“, rief sie Jürgen zu.