Untertanen, die ihn erblicken, bekommen weiße Lippen, erleben die Sekunde. Menschen, die ihn erblicken, brüllen auf und brechen brüllend in die Knie. Eine Katze faucht entsetzt den Rumpf an und rettet sich unter den Wagen. Kinderhänden entfallen die kleinen Spielzeug-Degen, die Schießgewehrchen aus Blech. Elegante Damen brechen im Weinen zusammen und erheben sich als Magdalenen.
Jesus-Christus allein hat, als er am Kreuze hing und für die Menschheit starb, im Leiden so tiefstes Glück der Liebe empfunden, wie der nackte, von farbigen Lampions beleuchtete, auf den Thron des Krieges festgeschnallte Rumpf empfindet.
Schutzleute erbleichen, erlahmen, erleben die Sekunde. Sein Anblick saugt die Straße leer. Saugt die Menschen aus den Häusern heraus. Aus den Ladengeschäften heraus. Aus der Lüge heraus. In die Wahrheit, in die Liebe hinein.
Es gibt keinen Soldaten, der den Befehl, auf den Rumpf zu schießen, ausführt. Die Division, die hineinschießt in den Zug der Krüppel, in den Zug der Kameraden, gibt es nicht.
Die Rolläden der Geschäfte, an denen der Zug vorüberwallt, rasseln herunter. Ladnerinnen, Hausdiener, Liftjungen schließen sich an. Staunende Kommis zögern, begreifen das Ereignis, daß die vom Leide durchstürmten Bewohner der Millionenstadt in Bewegung geraten sind, und schließen sich an.
Der Zug schließt die Werkstätten, schließt die Büros, schließt die Geschäfte, schließt die Fabriken. Der Zug zieht durch lange Geschäftsstraßen, in denen er noch nicht gewesen ist. Und doch sind alle Rolläden schon heruntergelassen. Das Ereignis fliegt dem Zuge voraus. Es gibt in der ganzen Stadt keinen Menschen mehr, dessen Seele nicht schon berührt worden ist von dem Ereignis.
In den Vorstädten bilden sich schnellmarschierende Züge, die zum Hauptzuge stoßen.
Aus den letzten Fabriken brechen die Arbeiter aus: Fanatismus in den ölverschmierten, rußigen, bleichen Gesichtern; Hämmer und kleine, spitzige Dreikantfeilen in den Fäusten.
Dieser Mensch, der zum Kellner ins Zimmer getreten ist, spricht zu den Arbeitern. Und sie legen, von der Macht des Geistes berührt, Hämmer und Dolchfeilen weg, auf den Wagen, von dem der Rumpf pyramidisch aufsteigt als nacktes Symbol des Krieges.
Gewaltige Züge leiddurchtobter Mütter, Kriegswitwen, Väter, Bräute stoßen im Eiltempo durch die Menge, lösen sich auf, bilden sich neu.