Die Knechte der Liebe verlassen die aufspringenden Zuchthauszellen und stoßen, geführt von dem Einen, dessen Namen die ganze Menschheit kennt und ehrt, zum Zuge.
Die breiten, unübersehbar langen Asphaltstraßen sind zu schmal und zu kurz für den Zug. Der Zug schwillt von Sekunde zu Sekunde. Strömt über. Steht. Ist kein Zug mehr. Alle Straßen stehen voll Menschen.
Die entfesselten Bewohner der Millionenstadt stehen.
Um fünf Uhr nachmittags fliegt die Nachricht von Herz zu Herz, daß auch in den großen Provinzstädten das Leid geplatzt ist und die Menschen zusammengeschweißt hat in Züge von Frauen, die ihre Männer, von Müttern und Vätern, die ihre Kinder, von zahllosen Kindern, die ihre Väter, von Soldaten, die ihre Glieder, von Blinden, die das Augenlicht, von Irren, die den Verstand verloren haben.
Das ganze vergewaltigte Volk steht.
Die uniformierte Leiche des Atmenden auf dem Bocke glotzt tot und wackelt. An seinem Seile schwankt rhythmisch der rechte Menschenwinkel. Der Krieg ist plakatiert auf der Riesennarbe, die an der Stelle des Menschengesichtes grinst. Der nackte Rumpf thront erhöht und blickt die Menschheit an.
Der Anblick der hunderttausend Krüppel reißt die Untertanen hoch ins Menschentum. Leidausströmende Freiheitsschreie ordnen sich zu Liebesgesängen. In den Gesängen der Liebe pulst die Ekstase der Verbrüderung und Freiheit.
Die vom Blitze der Liebe getroffene, erleuchtete und dem Zwange entrissene Militärwache des Gebäudes, in dem der Herr und alle Machthaber versammelt sind, wird aus der Wachstube herausgesaugt und geschluckt vom Krüppelheere der Kameraden, in deren Augen die Freiheit brennt.
Dieser Mensch, der zum Kellner ins Zimmer getreten ist, geht ganz allein durch das Tor. In das Gebäude hinein.
In dieser weißen Sekunde wird es vor dem Gebäude totenstill.