Die Mutter schreit: „Schieße nicht!“

Der Leutnant: ‚Schießen! Oder Sie werden erschossen.‘

Fleht die Mutter: „Schieße! O Gott, schieße!“ Sieht die französische Mutter. „Nicht! Schieße nicht!“

Läßt das Gewehr sinken. ‚Ich schieße nicht, Herr Leutnant.‘

‚Ihn sofort abführen‘, befiehlt der Leutnant.

Und die Mutter brüllt: „Um Gotteswillen! Schieße! Schieße!“

Da reißt der Sohn das Gewehr an die Backe, zielt: der Franzose wirft die Hände hoch, krümmt sich und stürzt aufs Gesicht.

Die Mutter preßt die Hand aufs Herz, deutet entsetzt mit der Rechten nach Paris zum Fenster, wo die französische Mutter sitzt, eben den amtlichen Brief öffnet und liest: „Ist gefallen.“ Sieht, wie die französische Mutter aufschreit, gläsern glotzt.

Langsam, wie mit einer furchtbaren Mordtat belastet, steigt die Mutter die zweite Treppe hinauf, und ihr sehendes Herz verfolgt den mörderischen Lauf der Kugel, die durch den Franzosen durch und weiter fliegt, nach Paris, der französischen Mutter ins Herz.

Aber der Sohn lebt, wird nicht erschossen, weil er erschossen hat, auf das Flehen der Mutter hin.