der den Befehl zum Feuern gab.

Die Frau ging langsam auf den Ermordeten zu: schritt langsam hinein in die zweite Gewehrsalve junger Soldaten, die, bleich und im Herzen schon empört, noch in der falschen Pflicht standen. Die vierzig- und fünfzigjährigen Landsturmmänner hatten sich geweigert, ins Volk und damit sich selbst ins Herz zu schießen.

Am andern Morgen lagen der Philosoph und die Ladnerin, als Repräsentanten des Volkes, wieder im Leichenschauhause, nebeneinander.

Die Idee, die nicht erschossen werden kann, brach in Millionen Herzen ein.

Der Wärter stand vor dem Paare. Und plötzlich rückte er die zwei Pritschen dicht zusammen. ‚Man liebt doch die Menschen. Liebt doch die Menschen . . . Die armen Menschen.‘

Das Leichenschauhaus war vergrößert, die Wand, die das Zimmer des Wärters und das Wartezimmer für die Angehörigen abgesondert hatte, war herausgebrochen, der weiße Steinplattenboden fortgesetzt und die Pritschen um sechzehn Stück vermehrt worden.

Der Bruch war, wie bei Typenmöbeln, die glatt aneinander gefügt werden können, nicht zu bemerken.

Ein vierter, neuer Horizontalventilator kreiste zusammen mit den drei alten über den zweiunddreißig Leichen.

V.
Die Kriegskrüppel

‚Die Metzgerküche‘ ist ein sehr großer Raum, doppelt so lang wie breit, und so niedrig, daß der Stabsarzt, im langen, von frischem und altem Menschenblute steifgewordenen Operationsmantel, die Handfläche an die Decke legen kann.