‚Werden an Ketten gelegt werden.‘

„Es wird einen Prozeß geben. Streit und Haß . . . Ebenso ist es, wenn im Kriege Land erobert wird: Haß, Vergeltung. Ein neuer Krieg.“

‚Ist denn das wirklich eine Frau? Eine Frau?‘ denkt der Stabsarzt und hört sie sagen:

„Mein Mann war Versicherungsagent . . .“

Die Glocke der Dorfkirche beginnt zu läuten, übertönt die weiteren Worte. Der D-Zug saust durch die Station. Der Operierte wird vorsichtig vom Tische heruntergehoben.

Die Art, wie die Bauersleute um die Sprechende herumstehen, zuhören, kommt dem Stabsarzt bekannt vor. ‚Das Ganze sieht improvisiert aus.‘ Der Stabsarzt möchte hingehen. ‚Und vielleicht fünf Minuten lang sprechen . . . Drei Minuten Zeit könnte ich mir vielleicht nehmen.‘

Das Stöhnen der dreihundertfünfzehn Soldaten klingt zusammen in einen Ton. Im Wagen der Irrsinnigen platzt eine Lachsalve.

Der Stationsvorsteher springt von der Menschenansammlung weg zum Lazarettzug: der Schnellzug sei durch; der Lazarettzug müsse jetzt weiterfahren, damit die Strecke frei werde.

‚Tatsächlich, der Vorsteher läuft gleich wieder hin. Interessiert sich.‘ Das freut den Stabsarzt sehr. Jetzt erst erinnert er sich, daß er, wenn der Zug langsam an den Dörfern vorübergefahren war, vor den Kneipen, vor den Kirchen, vor den Rathäusern schon öfters solche improvisiert aussehenden Gruppen herumstehender Bauern bemerkt hat, die aussahen, als warteten sie auf etwas.

‚Hat die alte Ordnung, Zucht und Meinungslosigkeit Risse bekommen? Ist auf unkontrollierbaren Wegen der neue Geist schon bis zu den Bauern gedrungen? . . . Die Bewohner vieler Dörfer haben nicht hurra geschrien, sind stumm und nachdenklich an den Schranken gestanden, im auffallenden Gegensatze zu den noch hurra schreienden Bewohnern der Grenzdörfer.‘