Jetzt erst bemerkte der Schreiber, daß sein Fingernagel fort war, und das Blut ihm einen schmalen Reif ums Handgelenk gezogen hatte.

„Zeig amal . . . Der wird scho wieder nachwachse . . . vielleicht. A schöns Armreifle.“

„Ein guter Schuß war’s doch“, sagte der Schreiber und hielt, das Gesicht schmerzverzerrt, die Hand hoch. „Aber das Aug ist futsch.“

Da kam der Vernichtungstrieb über die Räuber. Sie schossen durch den Fußboden, zerschossen den gemalten Engel an der Decke, die Tapetenblumen, durchlöcherten den heiligen Joseph. Der Schreiber zielte auf den Wasserkrug; das Wasser platschte auf den Boden und rann unter der Tür hinaus. Sie schossen blindlings, wohin immer sie trafen; das Fenster zerschellte; das Federbett hatte unzählige kleine Brandlöcher. Das Eichhörnchen raste im engen Käfig herum, hockte manchmal mäuschenstill, die klugen Augen ängstlich auf die Räuber gerichtet, und raste weiter. Die Kammer stand voll Pulverdampf. Die Räuber glühten. Sie zerrten die Bettstücke heraus und schmissen sie in die Wasserlache am Boden, lehnten die Matratze ans Fenster, rissen den Tisch um, das Bettgestell auseinander und schlichen die Treppe hinunter, aus dem Hause.

Gegen acht Uhr abends standen sie vor dem „Spitäle“.

Falkenauge kam von zuhause, und als er sie erblickte, steckte er die Hände in die Rocktaschen und schlenderte vorüber.

Sie lachten ihm nach. Falkenauge wandte sich um, lächelte geringschätzig und verlegen und ging weiter. Von dem Tage an verkehrte er nicht mehr mit den Räubern.

„Herrgott, das schönste Ziel ham wir ganz vergessen.“

„Welches denn?“ fragte der bleiche Kapitän.

„Das Eichhörnchen.“