Die Räuber saßen auf dem Bett. In der Ecke lehnte elegant Oldshatterhand. „Wie werde ich Athlet“ lag aufgeschlagen auf dem Tisch.

„Hast feine Mädli kenne gelernt, überall wo du warst“, fragte der fahle Schreiber.

Oldshatterhand wippte sich los von der Wand. „In Frankfurt . . . Da gibt’s eine Gasse. Die Rosengasse. Die ist so eng, daß man nebeneinander gar nicht durchgehen kann. Die Häuser sind ganz grau . . . und dunkel und unheimlich . . . Aber vor den Haustüren, so auf den Stufen, sitzen Mädchen, die Arme um die Knie geschlagen . . . seht, so sitzen sie, in rosaseidenen, in violetten Hängekleidern und manche in ganz roter Seide . . . Und wenn du durch die Gasse gehst, sehen sie dich an, lächeln sie dich an, rufen sie dich . . . und so halt.“

„Bist neigange mit so’n Mädle?“

„Hi! hihiha!“

„Dann is aus mit der Kraft“, sagte still der bleiche Kapitän. „Das kann man an dir merk.“

„Ich mach ja gar nix mit Mädli.“

„Wie . . . du’s machst, is ganz gleich. Wenn du überhaupt nur an sowas denkst, is dei Kraft scho beim Teufl.“ Der bleiche Kapitän griff dem Schreiber an den Oberarm. „Zieh mal dei Röckle aus.“ Schob dem Schreiber noch den Hemdärmel zur Schulter, befühlte das dünne Ärmchen und ließ es verächtlich sinken. „Oh, macht nur so weiter.“

„Gestern hab ich ’n Hecht gefange“, sagte Falkenauge. „Von anderthalb Pfund.“

„Kriegst vielleicht davo Kraft?“