„He?“

„Kraft! sag ich. Kraft is die Hauptsach auf der Welt! Jetzt will ich euch amal was zeig. Schaut amal alle zum Fenster naus.“

„So, jetzt.“

Einem weißen Riesenfrosch gleich, hockte der bleiche Kapitän nackt über seine Scheibenhantel zusammengekauert. Die Räuber hörten, wie er den Brustkasten voll Luft sog. Da schnellte der Körper in die Strecke: die zentnerschwere Hantel berührte die Kammerdecke. Der Kopf lag tief im Nacken. Eine Jünglingsstatue aus Silber, stand reglos der bleiche Kapitän, vom kalten Mondlicht getroffen. Das handgroße, zinnoberrote Tüchlein war vorgebunden.

Die Hantel knallte auf den Fußboden zurück. Ein dumpfes Krachen tönte von unten herauf: die Decke der Wirtsstube war auf die Köpfe der Gäste gefallen.

Die Räuber umringten ihren Hauptmann und befühlten staunend seinen Körper. Der war hart wie Elfenbein.

Das Kreischen der Witwe Benommen näherte sich; sie riß die Tür auf und prallte zurück vor ihrem nackten Sohn. Mürrisch stülpte er seine Unterlippe hin. Die Tür knallte ins Schloß.

Der bleiche Kapitän rückte das zinnoberrote Tüchlein, das sich verschoben hatte, wieder in die Mitte und sagte hochdeutsch: „Jetzt mache ich euch einen Vorschlag. Wir gründen einen Athletenklub . . . auf intelligenter Basis.“

„Was ist das? Basis?“

„. . . Basis ist schon richtig“, sagte der bleiche Kapitän und legte die Faust auf „Wie werde ich Athlet“. „Den Namen hab ich schon. Wir nennen uns ‚Klub für intelligente Leibeszucht‘. Jeden Abend kommen wir in meiner Kammer zusammen und stemmen . . . natürlich nackt. Das ist von wegen der Transpiration . . . Und das eine möcht ich euch noch sag: hütet euch vor den Weibern und . . . vor dem andern, nun ja, ihr wißt schon, was ich mein’.“