„Aber ich hab ja Singprobe abends“, rief die Rote Wolke.

„Kriegst amend davo Kraft?“

„Kraft . . . Nein. Überhaupt, was soll das heißen: ‚Nach der Heimat möcht ich wieder‘. Wenn ich mir’s genau überleg . . . ich war ja noch gar nie aus Würzburg draußen.“

„Gott, die mache sich ja lächerlich mit ihrem blödsinnigen Geplärr. Aber wenn ich Muskel hab, da weiß ich doch, was ich hab“, sagte der bleiche Kapitän und griff zum Zentimeter, nahm die Maße von den Brustkästen und den Arm- und Schenkelmuskeln der begeisterten Räuber, die sich hastig entkleideten, und registrierte alles genau in sein Büchlein.

Der „Klub für intelligente Leibeszucht“ war gegründet.

„Jetzt trinken wir ein paar Glas Bier unten bei dein Bruder.“

Verächtlich lächelnd blickte der bleiche Kapitän den Schreiber an. „Wenn du ein Athlet werden willst, darfst du keinen Alkohol trinken. Höchstens manchmal, aber nur einen Schluck. Rohes Hackfleisch mit Ei, oder Beefsteak mußt freß, soviel du kannst.“

Die Räuber gingen hinunter in die Wirtsstube und saßen wieder auf dem alten Lederkanapee am runden Tisch neben der Schenke. Jeder hatte einen Teller rohes Fleisch, mit Ei vermengt, vor sich.

Verstimmt blickte Benommen der Wirt nach den Milchgläsern auf dem Athletentisch.

Die schöne Kellnerin war immer noch da. Ihr Leib trat stark vor. Voller Freude sah sie auf die wiedervereinigten Räuber.