So gingen sie nach Hause.
„Greif amal her!“ brachte der König der Luft vor Kraftanstrengung gerade noch heraus und ließ Falkenauge seinen Oberarmmuskel befühlen. „Wie is er?“
„. . . Kolossal hart! Und meiner?“ Falkenauge stand im Ausfall. Der König der Luft griff ihm an den Oberarmmuskel und sah dabei prüfend in den Himmel. „Also, wie Felsen! Also und wahrhaftig! Also aber gehen wir.“
Sie schlenderten durch die vordere Fischergasse. Im Garten „Zur schönen Mainaussicht“ standen flüsternde Weiber und stillgewordene Kinder um einen aufgebahrten Sarg herum.
Die zwei drängten sich durch und wurden auch still.
Blütenweiß lag die blonde Wirtstochter im Sarg. Nur ihr Mund war rot und lächelte hold, wie wenn sie im Traum eine Kerze zerschnitte, um für die Tanzenden den Boden zu glätten.
Die Abendsonne warf rosigen Schein über sie, und die Vögel pfiffen im Kastanienbaum, unter dem das Fell des Bernhardinerhundes ausgebreitet war. Es hatte große enthaarte Stellen.
Die Kriechende Schlange saß auf dem Baume, im Laub versteckt, und zielte mit einer stacheligen Kastanie einer Alten auf den Scheitel, traf aber seiner toten Schwester ins Gesicht, so daß drei Blutströpfchen auf der Wange der Toten hervortraten. Speichelbläschen zwischen den Lippen, beobachtete er, wie es um den Sarg herum ganz still wurde.
Der rote Fischer ging grimmig an den Weibern vorbei in die Wirtsstube. Der blonde Sachse und das kleine, schöne Waisenmädchen saßen schon drinnen und tranken grünen Likör.
Diese drei waren seit langer Zeit die einzigen Gäste, denn die „Schöne Mainaussicht“ war in Verruf geraten: der Pfarrer hatte von der Kanzel herunter seine Pfarrkinder gewarnt vor dieser Wirtschaft.