Er selbst hatte vor zwanzig Jahren als Gymnasiast in den Schießgräben Blei gesucht und es verkauft beim Lumpenhändler Ei, der auch Oldshatterhands Abnehmer war und elf Pfennige für das Pfund gab, einen Pfennig mehr als alle anderen Händler, und nie fragte, woher das Blei kam.

Herr Lumpenhändler Ei war ein vorurteilsloser Mann und reich. Und sein Sohn war Korpsstudent bei der feudalsten Würzburger Verbindung.

Am selben Abend sagte Lenchen Leisegang, als sie in den dunklen Anlagen Oldshatterhands Arm genommen hatte: „Mein Vater soll einen Hilfsdiener bekommen, weil er schon alt ist und nicht mehr alles allein tun kann . . . Wenn Sie wollen, bitte ich ihn, er möge Sie nehmen.“ Herr Leisegang war seit fünfundzwanzig Jahren Klinikdiener im Würzburger Juliusspital.

Oldshatterhand war sehr verlegen, sagte aber zu.

„. . . Sechzig Mark monatlich bekommen Sie und viele Trinkgelder.“

Entrüstet zog er seinen Arm aus dem ihren. „Ich nehme keine Trinkgelder!“

Da fühlte er ihre Lippen auf den seinen und sah ihr betroffen nach, wie sie durch die dunkle Anlage davonsprang.

Oldshatterhand stand im Laboratorium der Klinik neben einem quittengelben Japaner. „Die Japanerinnen sind aber nicht schön. Gefallen Ihnen die deutschen Mädchen nicht auch unheimlich viel besser?“

Die Lippen des Japaners öffneten sich zu einem lautlosen Lächeln, so weit, daß seine festen Zahnreihen, zwischen denen stets eine Zigarette hing, und noch die zartrosa Zahnfleischbogen sichtbar wurden. „Mir gefallen die japanischen Mädchen viel besser“, sagte er und goß aus einem Meßzylinder Urin durch die Filter.

Seit einem Jahre untersuchte der Japaner geräuschlos und mit größter Geduld die Urine des ganzen Spitals, rauchte unzählige Zigaretten dabei und wurde von dem berühmten Kliniker, Geheimrat von Leube, sehr geschätzt. Oldshatterhand schleppte für ihn bereitwilligst die Untersuchungsstoffe zusammen. „Es gibt aber doch kein einziges blondes Mädchen in Japan. Und deshalb verstehe ich nicht — — —. Warum sind die Japaner eigentlich alle so kohlschwarz?“