Sie stiegen ein. Und Oldshatterhand ruderte in die Mitte des Flusses. Der rote Fischer hatte den Kopf nicht erhoben.
Der Schelch war schmal und sehr lang. Der Schreiber und seine Liebste befanden sich halbliegend an dem einen äußersten geschnäbelten Ende, das zweite Liebespaar lag eng beieinander am entgegengesetzten. Oldshatterhand saß genau in der Mitte und ruderte langsam.
Es war dunkel geworden. Hier und dort leuchteten kleine Laternchen an den ruhenden Schiffen; das Singen der Kinder, die am Ufer spielten, klang herüber; ein Fischer ließ langsam und lautlos sein Netz ins Wasser sinken.
„Kunst ist heilig“, sagte die Rote Wolke gedämpft.
Oldshatterhand horchte auf die melodische Stimme des Mädchens. „Wir werden Romeo und Julia zusammen spielen“, sagte sie und sah der Roten Wolke sanft in die Augen.
„Julia!“ erwiderte die Rote Wolke verhaltend.
„Und du bist Romeo.“
„Da ist doch nix dabei“, flüsterte der Schreiber heftig. „Ich weiß nit, warum du so eine Furcht davor hast.“
Das Mädchen rückte ängstlich weg vom Schreiber. Oldshatterhand sah ihr erschrockenes, weißes Gesicht aus der Dunkelheit schimmern und dachte an Lenchen Leisegang.
„Ach, wie schön wäre es, immer so weiter zu fahren . . . immerzu“, hörte Oldshatterhand hinter sich das Mädchen flüstern.