„Mit der Geliebten dahinzugleiten. Ooooooo!“

Und sah vor sich den Schreiber heftiger die Liebste bedrängen, die hastig sich ihm entzog, daß das Schiff gefährlich zu schaukeln begann.

„Daß wir heiraten, will sie . . . Ich soll heiraten“, sagte Oldshatterhand leise vor sich hin und ließ in Gedanken an Lenchen Leisegang die Ruder los. „Ich will doch . . . ich muß doch erst etwas werden. Vielleicht berühmt.“

Der Schelch trieb langsam flußabwärts. Ein Fisch schnellte aus dem Wasser und fiel zurück.

Hinter sich hörte er die Rote Wolke sagen: „Die Kunst. Die Kunst . . . Tempel.“

„Das dürfen alle wissen, sieh, ich liebe dich“, sagte das Lehrerstöchterchen.

„Rudre ans Ufer!“ schrie der Schreiber wütend. Das Mädchen saß von ihm abgerückt steif auf dem Querbrettchen.

Oldshatterhand ruderte zum Stadtufer hinüber und machte den Schelch fest.

Sie stiegen aus. Der Schreiber wirbelte sein dünnes Stöckchen im Kreise herum; das Mädchen ging mit gesenktem Kopfe einige Schritte seitwärts neben ihm her.

„Auf der grünen Wiese hab ich sie gefragt, ob sie sich auch ließe!“ schrie ein Bursche den zwei Liebespaaren zu. Er saß auf der Wasserschale des Vierröhrenbrunnens, zusammen mit noch einem halben Dutzend Burschen, die der Arbeit aus dem Wege gingen und der Schrecken und Auswuchs der Stadt waren. Die Würzburger „Strizzi“, von denen jeder sein im Griffe festes, langes Messer in der Hintertasche trug. Sie lebten beschäftigungslos in den Tag und in die Jahre hinein, stahlen, wo sie ohne Anstrengung konnten, und ließen keinen Menschen am Brunnen vorübergehen, ohne eine Bemerkung zu machen. Verlorene Existenzen, die alle schon gesessen hatten.