Der einsame Billardspieler, mit der Lodenpelerine lang und schmal am Rücken, sandte kalte Blicke zum Räubertisch.
Die Modistin sah mit runden Augen auf eine junge Malerin, die nebenan auf der Polsterbank halb lag und durch die Nase rauchte.
Wortlos reichte Fräulein Schlauch eine zierliche Münchener Semmel dem bleichen Kapitän, der staunend den Kopf schüttelte und sie verächtlich wieder zurücklegte ins Körbchen. „Davon verzehr ich dreißig Stück und weiß dann noch nit amal, ob ich nur geträumt hab.“
Der Fremde trat ein, begrüßte Oldshatterhand, der seine Freunde vorstellte; zuerst die Mädchen, die aufstanden. Der Fremde setzte sich an den Tisch dazu.
Sprachlos geworden blickten die Räuber auf ein weißblondes Mädchen in einem Kamelhaarsweater, barfüßig in Sandalen, das auf die Malerin zukam, gefolgt von einem zwei Meter langen, ungeheuer dünnen Jüngling in einem Mantel aus braunem Kanapeestoff. Der Mantel fiel ihm bis zu den Füßen und war vorne mit einer Sicherheitsnadel zugesteckt. Der Lange hielt die schmalen Schultern so hoch gezogen, daß sie im langen Lockenhaar verschwanden, und trug eine große Rundgläserbrille mit Kautschuk gefaßt. Neben dem König der Luft fiel er apathisch auf die Polsterbank.
„Liebe beschmutzt nie! Ich kann meinen Körper geben, wem ich will“, rief erregt das weißblonde Mädchen. „Mein Vater ist ein Trottel!“
Die Räuber stupsten einander. Des Schreibers Gesicht lief blaurot an. Seine Augen glotzten vor Anstrengung. Er hielt die Faust auf den Mund gepreßt, pfutzte. Und lachte endlich krachend los.
Der Pelerinenherr warf einen kurzen Blick auf den Schreiber, sah erst interessiert dem Totlaufen der Billardkugel zu, und richtete sich streng auf. „Bitte sehr! Sie sind hier nicht in einer Menagerie!“
Der bleiche Kapitän stülpte die Lippen nach außen.
„Also und, wart bis der Leutnant fort is.“