Sie setzten sich auf die Bank nieder. Der Hund erhob sich sofort und tappte nach.
Winnetou legte seine Hand auf Oldshatterhands Schulter und lächelte zum roten, ewigen Licht hin unter der Mutter Gottes. „Michael, jetzt sind wir auf einmal keine Kinder mehr. Es ist, wie wenn man aus einem Traum erwacht, zu einem neuen, ruhigen Traum, der gar nie mehr enden wird.“
„Bleibst du auf immer bei den Weichpfotenmönchen?“
„Warum sagst du Weichpfotenmönchen?“
„Nein, ich meinte, die Pfoten von dem Hund sind vielleicht weich . . . und dann Italien.“
„Ja, ich glaube, ich will immer da bleiben. Der Prior liebt mich. Alle lieben mich und sagen, ich solle nur noch ein paar Jahre so bei ihnen bleiben und erst dann Mönch werden, wenn ich ganz glücklich geworden sei . . . Erinnerst du dich noch daran, daß wir Würzburg niederbrennen wollten . . . Ich denke oft daran zurück“, sagte Winnetou und lächelte heiter.
„Und ich . . . der Neger starrt nach Afrika . . . willst du auch eine Zigarette haben? . . . ach nein . . . so eine rechtwinklige Pfeife. So stelle doch die Mutter Gottes dort weg . . . und den verstellbaren Maßstab.“
„O Gott!“ Winnetou war aufgestanden. „Du bist krank!“
„Es handelt sich nur um eins . . . hab mich lieb . . .“ Er schüttelte heftig den Kopf. „Nein, nein! Ich meinte, ich würde an Stelle der Mutter Gottes dort ein Muttergottesbild hinmalen . . . Hilfe! O Gott! Was ist das!“ schrie Oldshatterhand und horchte entsetzt.
„Die Brüder beten im Garten ihr Nachtbrevier. Komm, komm“, bat Winnetou ängstlich und zärtlich, „ich will dich zum guten Prior führen. Der gibt dir etwas und hilft dir.“