Der bleiche Kapitän wandte den Kopf nach ihm hin: „. . . Gekauft?“
„. . . Eigentlich geschenkt bekommen, vom Schmied Gottlieb.“
Der Schreiber notierte die Rattenfalle und den dreipfündigen Hecht, den die Rote Wolke mitsamt dem Blechkasten aus dem neuen Sandschiff des roten Fischers geholt hatte, und schloß das Büchlein wieder in den Schrank.
Der große Fisch schnalzte heftig im Kasten.
Der bleiche Kapitän schlug mit einem Holzklöpfel den Hahn ins Bierfaß. Das donnerte im unterirdischen Gang, wie wenn Felsen gesprengt würden. Er schenkte die zwölf Gläser voll, zündete zwölf Kerzen an, stellte sie auf die Regale und verlöschte die Petroleumlampe.
Die Räuber saßen um den Tisch herum, tranken und rauchten.
„O Felli“, sagte Winnetou. Das hieß: Ich bitte ums Wort.
„Sprich“, erwiderte der bleiche Kapitän.
„Würzburg steht in Flammen . . . brennt nieder und ist dem Erdboden gleichgemacht. Alle Einwohner sind umgekommen. Alle! Auf uns, die einzig Überlebenden, fällt natürlich der Verdacht. Darum sage ich: wir müssen ungeheure Vorräte aufstapeln im Zimmer, um uns vier Wochen lang hier verbergen zu können. Bis die Regierung glaubt, wir seien mitverbrannt. Nicht der geringste Verdacht fällt auf uns, denn es weiß ja niemand, daß wir noch leben . . . Dann schicken wir unsere Kundschafter aus und erfahren alles, was in der zerstörten Stadt vorgeht . . . Und wenn wir uns dann, als Bauernweiber verkleidet, aus dem Staub gemacht haben, sind wir verschollen auf ewig.“
Die Räuber saßen vor Begeisterung erstarrt. Winnetou schwieg und lehnte sich zurück. Die Kerzenflammen standen unbeweglich. Die bleichen Gesichter hingen wie kleine, dunstige Monde im Zigarrendampf.