Am Sonntagnachmittag schritt der rote Fischer in seiner schulheftblauen Wolljacke, Kopf und Unterlippe grimmig vorgeschoben, energisch auf die „Altrenommierte Weinstube zu den drei Kronen“ los. Gleich darauf klang sein Schimpfen bis auf die Straße heraus.
Geputzte Weiblein mit großen Gesangbüchern und Rosenkränzen, einzeln, paarweise und in Reihen, gingen in der Richtung nach der Burkarter Kirche. Die Sonne schien. Glocken läuteten.
Oldshatterhand saß in der Schloßgasse vor dem einstöckigen Häuschen des Schusters Widerschein auf einem Handwagen, ließ die Beine baumeln und blickte hinauf zu den ganz mit Geranienstöcken verstellten kleinen Fenstern. Manchmal pfiff er vorsichtig, kaum hörbar, den Bandenpfiff: „Nieder mit der Tyrannei“, und machte leise: „Pst“, worauf die rot- und weißgefleckte Katze, die zwischen den Blumenstöcken in der Sonne hockte, den Kopf drehte und die Augen auf Oldshatterhand heftete.
Sonst blieb alles unverändert.
Die Familie Widerschein saß beim Kaffee. „Di di di di quiridi“, trillerte der Kanarienvogel.
„Pst“, machte Oldshatterhand.
Die Hand des Schreibers erschien, senkrecht gestellt, zwischen den Blumenstöcken, drehte sich verneinend einige Male im Handgelenk und winkte dann heftig weg, die Gasse hinunter. Der Schreiber hatte keinen Ausgang heute.
Auf den Zehenspitzen verließ Oldshatterhand die Schloßgasse, begab sich zur Bande, die vor dem Friseurlädchen des Herrn Adam Rein versammelt war, und erstattete Bericht.
Der bleiche Kapitän besprach sich eben mit seinen Leuten, ob er es wagen solle, sich rasieren zu lassen. Wenn er gegen die Sonne stand, flimmerte ein zarter Flaum goldig auf seiner Oberlippe.
Entschlossen trat er ein.