„Da kann man jetzt nix mehr mach“, sagte der bleiche Kapitän und reckte sich auf. „Aber fürchterliche Rache hat er geschworen.“

„Leih mir das Buch bis morgen“, bat Winnetou.

„Das geht auf kein Fall. Ich hab’s selber noch nit ausgelesen“, wehrte der bleiche Kapitän ab.

„Morgen früh geb ich dir’s wieder zurück.“

„Morgen früh muß ich’s ja schon abliefern, sonst muß ich vier Pfennig mehr Leihgebühr bezahl . . . Höchstens müßt du’s gleich les . . . Wir gehn jetzt in die Weinwirtschaft ‚Zum Lochfischer‘. Kommst halt nach, wennst’s ausgelesen hast.“

Winnetou griff nach dem Buch.

Die Räuber stiegen den Schloßberg hinunter. Die Sonne war untergegangen.

Der Schreiber trug unter jedem Arm einen hohen Röhrenstiefel, die Herr Widerschein vorgeschuht hatte. Bei dem Hause des säbelbeinigen Polizeiwachtmeisters blieb er stehen. „Ich muß erst die Stiefel vom Wachtmeister nauf trag. Wartet halt auf mich. Ich bin gleich wieder da . . . Geh mit“, sagte er zum König der Luft.

„Hn!“

„Der frißt dich doch nit.“