„Eine Wurst hast du doch schon gegessen? Dann hast du eine Todsünde begangen“, sagte Winnetou langsam, in tiefem Entsetzen.

Winnetous Familie war streng katholisch. In seinem uralten Vaterhause brannten die ewigen Lichtchen Tag und Nacht vor den Betpulten.

„Gegessen hab ich sie, aber wenn du willst, kann ich dir zeigen, wo sie jetzt ist. Beim heiligen Kilian liegt sie.“

Betroffen blickte Winnetou den Duckmäuser an, hing die Leberwurst resolut über die große Zehe des heiligen Kilian. Und stürzte sich auf seinen Gegner.

Der Bürgerkreis öffnete sich. Der Polizeiwachtmeister führte das Pferd heraus und sprang energisch von ihm weg zum Knabenknäuel.

Die Dogge holte die Wurst vom heiligen Kilian herunter. Das Pferd sah sich um, stieg mit dem Hinterteil in die Höhe und galoppierte, von der Dogge umrast, in mutwilligen Sprüngen über die Brücke heim.

Die Knaben waren geflüchtet. Der Polizeiwachtmeister stand plötzlich in einer schwarzen Rauchwolke und schimpfte hustend zum Dampfschlepper hinunter, es sei verboten, bei der Brücke Rauch abzulassen.

Der Schlepper glitt mit gekapptem Schlot langsam durch den Brückenbogen. Der Wachtmeister stieß seinen Säbel in die Scheide und sah sich barsch um. Die Brücke war leer.

In der Werkstatt des Mechanikers Tritt drückten sich die Lehrjungen ängstlich herum und sahen auf die Uhr. Der Geselle war schon lange fortgegangen, die Werkstatt war peinlich sauber aufgeräumt, die drei kleinen Drehbänke blinkten, auf dem Fußboden hätte man essen können.

Aber der Meister war noch immer nicht gekommen, um die Erlaubnis zum Fortgehen zu geben.