„Oldshatterhand“, der jüngste der Lehrlinge, stand Wache, um die anderen benachrichtigen zu können, wenn der Meister ankam. Interessiert holte er aus der Tasche seines Mechanikerkittels eine kleine Feile und feilte an seinen schwarzen Fingernägeln herum. Dann suchte er weiter in der Tasche, zog einen Klumpen ölige Putzwolle heraus, aus der sich eine Pflaume und ein rundes Handspiegelchen schälten. Die Pflaume steckte er in den Mund; das Spiegelchen rieb er heftig am Schenkel sauber und reflektierte damit die Sonne einer Köchin ins Gesicht, die im vierten Stock aus dem Fenster sah.

Erschrocken stürzte er von der Schmiede in die Werkstatt. Der Meister, ein Mann mit gepflegtem rotem Spitzbart und kalten, grünlichen Augen, schritt durch den Hof, mit seiner dreizehnjährigen Tochter am Arm.

Der älteste Lehrling rieb heftiger an einem Stück Werkzeug, das er schon seit einer Stunde rieb, immer wieder mit Öl einstrich und rieb, und sah manchmal von unten herauf nach dem Meister, der jetzt an einer der Drehbänke lehnte und in der Zeitung las. Es war sehr still, man hörte nur das Reiben.

Der Meister sah langsam auf und starr auf den Reibenden, der den Kopf senkte. Die anderen Lehrbuben standen atemlos in den Ecken.

Oldshatterhand verrückte die schon geradeliegenden funkelnden Zangen, Hämmer und Pinzetten auf der Werkbank um Millimeter.

Der Meister schritt auf ihn zu und sah, den Mund schiefgezogen, auf ihn hinunter.

Gebannt ließen Oldshatterhands Hände ab vom Werkzeug.

„Was soll denn das!“

„Ich le . . . leg das We . . . Werkzeug gr . . . gr . . . grad.“

„Ist das eine Arbeit? . . . Stotterndes Kamel!“ Der Meister hatte seinen Blick in Oldshatterhands vergrößerte Augen eingehackt. „Was bist du?“