„Das Geld für die Schuh vom Wachtmeister hab ich jetzt sowieso scho angerissen.“
„Mein Lieber, was machst denn da jetzt?“
„Ich geh halt heim . . . und halt’s aus. Da kann man jetzt nix mehr mach . . . Wenn nur wenigstens den Berliner der Teufel holet.“
Die Alte stand schon wieder reglos in der Schenke neben ihrem Sohn.
Die Blicke der Räuber waren auf den Trainsoldaten geheftet, und als er die Hand der schönen Kellnerin streichelte, stülpte der bleiche Kapitän drohend die Lippen nach außen, während sein Bruder, mit einem stummen Wutblick auf das Mädchen, eine Biermarke auf den Schanktisch schmiß, und die Witwe Benommen hämisch das Gesicht verzog.
Der zarte Sachse stand auf und brachte das Spielwerk in Gang. Es rasselte im Schränkchen, knackte ein paarmal und begann, aus Altersschwäche manche Worte unterschlagend, zu spielen:
Ein Knabe hatte ein Mädchen lieb.
Sie flohen heimlich von Hause fort,
Es wußt’s weder Vater noch Mutter.
Es war still geworden in der Stube. Alle horchten, als säßen sie in einem Symphoniekonzert. Die Kellnerin stand wider die Mauer gelehnt und blickte in unbegreiflicher Rührung zum Spielwerk hin, das nach heiserem Rasseln fortfuhr: