Der Kohlenführer schluchzte auf und rief heulend immerzu: „Mei eigener Bruder! Mei eigener Bruder!“
„Es is nit wahr“, sagte der Eingetretene. „Also, wenn i dir sag. I bin doch dei Bruder.“
„Ein trauriger Lump bist! Mei Frau hat’s mir ja selber ei’g’stande. Gestern die ganze Nacht warst du bei ihr!“ brüllte der Kohlenführer plötzlich laut.
Der Sandschöpfer blickte, die Augen fast ganz geschlossen, erschrocken auf seinen Bruder: „Also, wenn i dir sag! Frag sie selber. I wer doch nit mit mein eigene Bruder seiner Frau . . . Sie is doch mei Schwägerin. Also . . . also sowas tät i doch nit. Das glaubst du doch nit von mir . . . Mit der eigene Schwägerin.“
Der Kohlenführer hob den Kopf. „Du sagst, es is nit wahr?“
„Also schau. Es is kein Wort davon wahr. Wenn i dir sag! . . . Mir trinke a Maß Bier mitnander“, schloß beruhigend der Sandschöpfer. „Lone! a Maß Bier für mich und mein Bruder.“
Vom Sachsen wurde das Burenlied angestimmt, und die erleichterten Brüder sangen kräftig mit:
„Ihrem todeskühnen Ringen kann man nicht das Lob entziehen,
Denn sie fechten toll und kühn — — —“