In Grausen und Bewunderung standen alle um ihn herum.
Der Duckmäuser schlich vorüber; er wagte nicht aufzusehen.
Die Sonne war unter. Die Leuchtkäferchen glühten aus der Dämmerung. Der Rasen roch.
Neben dem Vorstellungsplatz war die Soldatenreitbahn, von einem breiten, tiefen Graben umgeben und einer Balkenbarriere. Im lockeren Sand der Reitbahn stand ein dürres Soldatenpferd und wieherte.
Der bleiche Kapitän faßte einen verzweifelten Entschluß: ohne vorher etwas davon zu sagen, sprang er mit einem fünf Meter langen Satz über den Graben und die Barriere, in den Sand der Reitbahn, kletterte auf das wütend ausschlagende Pferd und raste, sich mit Armen und Beinen anklammernd, in der Bahn herum.
Die Bewunderung der Zuschauer hatte sich ihm zugekehrt.
Der bleiche Kapitän hing, unfreiwillig auf den Hals gebeugt, wie ein Indianer auf dem Gaul.
Da brüllten die Räuber wie besessen: „Halt! Halt! Ein Feldwebel!“
Der Feldwebel, zornrot, stürzte mit erhobener Reitpeitsche dem scheuenden Pferde nach; der Hauptmann flog in großem Bogen herunter in den Sand, stürmte, vom Feldwebel verfolgt, heraus aus der Reitbahn, und mit Zuschauern und Mädchen den Schloßberg und die Felsengasse hinunter.
Des bleichen Kapitäns Ruhm und Hauptmannschaft war wieder gesichert. Keuchend rief er: „Wenn das mein Bruder in Amerika miterlebt hätte.“