„Geh!“ klagte er.
„Jesus, ich geh.“ Sie lief gleich zum Reisesäckchen, sah ihren Sohn an und sagte ängstlich: „Aber die Pritschen sollen ja so hart sein“, öffnete das Säckchen und zog ein kleines, weißes Kissen heraus. „Legst dein Kopf da drauf . . . Es ist ganz frisch überzogen . . . Ich geh schon.“
Mit letzter Gewalt zwang er sich, ruhig das Kissen zu nehmen.
„Dann halt adjö . . . Jetzt sterb ich halt auch.“ Da lächelte sie wunderbar.
Der Wärter wippte sich los von der Wand.
„O du gute Mutter, o du gute Mutter“, konnte der Dichter sagen und auch lächeln.
„Och, du lieber Gott“, sagte sie unter der Tür, „du lieber Gott“, und trippelte hinaus.
Er sah auf die verschlossene Tür, setzte sich auf den Boden. „Da, da, da.“ Bei jedem „da“ sank sein Kopf tiefer zwischen die Kniee. „Tatataratata.“
So blieb er hocken.
Der Einäugige lief in den Gängen des Zuchthauses umher und kämpfte mit sich, um seinen Entschluß zu fassen, bevor er hinaus in die Helle trat. Manchmal blieb er stehen mit seinen Gedanken und sagte immer wieder dieselben Worte: „O ja, natürlich, ich muß mich entscheiden — ein Lump mit leichtem Gewissen werden oder die Konsequenz ziehen . . . Die Konsequenz“, wiederholte er langgezogen.