Er wies mit schiefgeneigtem Kopf fragend zur Tür und ging voran.
Durch die Gänge, die von roten Gasflammen schwach erleuchtet waren. Niemand sprach ein Wort. Nur das vielfüßige Getrampel war hörbar.
Der Dichter mußte die Augen schließen; niemand sah, daß er über die Frühlingssonne heiter lächelte, die den ganzen Gefängnishof erhellte.
Der kahle Psychologieprofessor strich sich über den Kopf, als er aus der Tür in den Hof trat, und setzte seinen Zylinder auf; denn es war trotz des Sonnenscheins morgenkühl. Er war der einzige von den Geschworenen, der sich als Zeuge für die Hinrichtung gemeldet hatte.
Während der Urteilsverlesung blickte der Dichter interessiert das Beil auf dem in der Sonne stehenden Block an, der einen blauen Schlagschatten warf. Wo das fünfzig Pfund schwere Beil am Ende des langen, weiß gescheuerten Buchenstiels begann, war es schmal, dann lud es in edlem Schwunge halbmeterbreit aus.
Der Priester kniete in der Nähe des Blockes und betete leise, tief zur Erde gebeugt.
Der Scharfrichter, im Frack und weiß behandschuht, nahm das Beil vom Block, hing es in sein Ellbogengelenk und stellte sich wieder gegenüber den reglos und schwarz im Halbkreis stehenden zwölf Zeugen auf.
Da sah der Dichter, daß der Block eine Höhlung hatte für das Gesicht, damit nur der Hals des Hinzurichtenden aufliege, und sagte nachdenklich: „Die Nase muß ihm trotzdem zerquetscht werden.“
Über seine Stirne wetterleuchteten ferne Gedanken.
Mit einem Ruck wandte sich der Psychologieprofessor gerade noch zeitig genug um und verließ eilig die Richtstätte.