Sie lag noch immer reglos.
Der Dichter kannte ihre Geschichte. Vor einigen Monaten hatte er sie total betrunken auf der Straße gefunden. Sie war von ihren Eltern fortgejagt worden, weil ein Reichstagsabgeordneter sie verführt und sie sich geweigert hatte, ihn als den Vater ihres Kindes zu nennen. Der Dichter wußte, daß der Abgeordnete weiter in ihrem Elternhause verkehrte.
„Das Instrument wickelt er dann immer in ein Beinkleid seiner Schwester . . . Und mir legt er zwanzig Mark auf den Tisch.“
„Wer?“
„Der Abgeordnete.“
„Der . . . kommt noch zu Ihnen?“
„Warum nicht?!“
Und dabei rührt sie sich nicht, dachte der Dichter entsetzt. „Aber wirklich, nicht aus Neugierde. Wie alt waren Sie . . . damals?“
„Ich? Sechzehn.“
Der Dichter sagte plötzlich: „Soll ich Sie heiraten?“