„Und ich wußte damals gar nichts von diesen Sachen. Wahrhaftig, ich lüge nicht.“
Sie hälts für so unmöglich, daß sie glaubt, ich hätte gescherzt, dachte er.
Und wußte plötzlich mit seinen Händen nichts anzufangen. Es war, wie wenn sie nicht zu ihm gehörten, als er sagte: „Ich brauche sehr notwendig zwanzig Mark. Können Sie mir die vielleicht geben? . . . Aber ich habe nicht gescherzt, vorhin. Wirklich nicht.“
Da stand sie auf.
Und der Dichter sah befangen in ihr erstauntes Gesicht, das aber sofort den Ausdruck automatischer Lustigkeit annahm. Lachend sagte sie: „Ich habe momentan gar nichts.“
Er ließ die Hände sinken. Sein Gesicht verschloß sich. „Darf ich?“ sagte er, griff nach der Zigarette und dachte gequält — jetzt glaubt sie dasselbe wie der gesunde Menschenverstand.
Es klopfte — die Wirtin streckte den behaubten Kopf herein. „Es kommt ein Herr.“ Sie schloß die Tür leise wieder.
Sichtbar stieg dem Mädchen das Blut in die Wangen, als sie den Dichter ansah.
„Gehen Sie ins Nebenzimmer . . . Ich kann Ihnen das Geld dann gleich geben.“ Dabei sah sie ihm gerade auf die Augen, ohne ihm in die Augen zu sehen.