Schon eine lange Minute stand er im Nebenzimmer, als ein sehr großer, brünetter Herr im Frack zum Mädchen ins rote Zimmer trat. Er schwankte kaum bemerkbar. Auffallend an ihm war, daß sein linkes Auge fast um einen Zentimeter tiefer im Gesicht stand als das rechte. Das Klirren des für ihn bestimmten Geldes riß dem Dichter die Luft aus den Lungen.
Dann hörte er das heftige Armen im roten Zimmer und preßte die Fäuste an die Schläfen. Er rührte sich nicht mehr.
Bis das Mädchen die Tür öffnete.
Äußerlich und innerlich zerwühlt, stierte er auf das verwühlte Himmelbett.
Das Mädchen wusch sich die Hände.
— Ich nehme das Geld nicht. Ich brauche es gar nicht. Es war nur ein Scherz — wollte er sagen.
„Hier“, sagte sie, während sie die Hände trocknete. „Sie zwanzig . . . ich zwanzig“, und schob ihm das Goldstück hin.
Da sank ihm die Unterlippe schlaff herab. Alles an ihm wurde schlaff. Verurteilt und verkauft ging er mit dem Geld aus dem Zimmer.
Ohne Widerstand zu leisten, ließ er sich direkt zum Bahnhof gehen, um wieder in die Heimatstadt zu fahren, wo im dunklen Erlebnisknäuel seiner Jugend die Ursachen seiner Haltlosigkeit, seines untergrabenen Selbstbewußtseins, seines ruinierten Lebens zu finden sein müßten.
In der Eisenbahn träumte er: ein gewaltiger Zug junger Menschen zieht gleich ihm nach den verhaßten Heimatstädten, die Kindheit zu durchforschen nach dem Messer, das ihnen allen die Sehne der Kraft durchschnitten hat.