„Wie? . . . Sind Sie schon zurück, Josephine?“

„Ich wollte Sie einmal besuchen“, flüsterte der Dichter sehr leise. Er zitterte am ganzen Körper so stark, daß auf dem Biedermeiertisch, an dem er sich festhalten mußte, die bemalte Kaffeekanne schepperte.

Der Lehrer klappte das korrigierte Heft entschlossen auf den Stoß.

Jetzt bemerkte er den fremden Menschen in seinem Zimmer. Der Schreck riß ihn vom Stuhl auf in halbe Kniebeuge. „. . . Wer! Wer sind Sie! . . . Was wollen Sie denn hier!“

„Ich bin ein früherer Schüler von Ihnen. Sie waren mein Lehrer. Ich heiße Anton Seiler.“

„Seiler? . . . Seiler? Haben Sie gestottert in der Schule?“

Eine Blutwelle verdunkelte dem Dichter den Blick.

Und als er wieder sehen konnte, bemerkte er am schrecklichen Lächeln des Lehrers, daß dieser sich erinnerte. Am selben Lächeln, mit dem der Lehrer, wenn der Dichter stotternd stecken geblieben war, ihn der ganzen, belustigten Klasse ausgeliefert hatte.

Der wird mich nicht um Entschuldigung bitten, sagte der Dichter zu sich. Und glaubte körperlich zu fühlen, wie in seinem Innern die letzte Möglichkeit zur Rettung erlosch. Da stand er wie ein Schulknabe, in kraftlosem Haß.

Die Haushälterin kam und reichte dem Lehrer einen Hundertmarkschein: „Der Bäcker kann ihn auch nicht wechseln.“